"Noten aus dem Zwischenreich" - Kritik vom Konzert beim Carinthischen Sommer vom 24.07.2014

10.08.2014-15:10

 

Kleine Zeitung

 

Noten aus dem Zwischenreich

Nachdem Darius Milhauds Streichquartett Nr. 14 am Mittwoch bereits zu hören war, gelang dem Minetti Quartett am Donnerstag im Stift mit einem furiosen Kammerkonzert die Fortsetzung, welche die Spannung auf die Synthese im Oktett steigerte.

Den Anfang machte Schuberts Streichquartett B-Dur D 36, bei dem man sich noch in der Klassik wähnt. Entsprechend kontrolliert auch die Interpretation der vier Musiker. Bei Milhauds Streichquartett Nr. 15 konnten sie da schon leidenschaftlichere Töne anschlagen, wobei das Komplementärverhältnis zur Nr. 14 überrascht: So beginnt der erste Satz mit einem aufgeweckten Staccato, das kaum zum elegisch Diffizilen des anderen Satzes zu passen scheint. Mit "Der Tod und das Mädchen" führte das Quartett hinein in Schuberts düstere Welt zwischen Leben und Tod, die Kontraste betonend. Dabei sticht der anspruchsvolle Part der ersten Geige (Maria Ehmer) heraus.

Bei aller Perfektion in der Bewältigung im Einzelnen ließ man nur den Blick aufs Ganze ein wenig vermissen, was an kleinen Übergängen und leisen Zwischentönen mehr gestaltet hätte werden können. Als Zugabe servierte man dem begeisterten Publikum Mendelssohns "Canzonetta". PHILIP WALDNER

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